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Unser erster Reiturlaub führte uns nach POLEN
zum:



Masuren-Heiligelinde-Trail vom 13.06. – 22.06.2002,

gebucht bei

www.pferdreiter.de

Wir starten um 15.37 Uhr mit der Bahn von Marktredwitz nach Mikolajki/Polen, zum Masuren-Heiligelinde-Trail.


seit diesem Urlaub bin ich vollkommen vom "Polen-Virus" befallen, einfach ein wunderschönes Land ...

geliebtes Polen ...



Freitag, 14.06.2002
Pünktlich um 10.35 Uhr steigen wir in Mikolajki/Polen aus dem Zug. Wir sind erstaunlich fit, trotz der langen Reise. Am Bahnsteig steht ein großer, bärtiger Mann im karierten Thermohemd und wir sind sicher, dass muß  „MAREK“ sein. Wir werden herzlich begrüßt und es bekommt sogar jeder eine Rose. Wir laden unser Gepäck in Marek´s Mercedes-Kombi. Er kutschiert uns sicher durch Mikolajki in Richtung Lipowo, zu unserem Quartier. Wir sind noch nicht richtig ausgestiegen, begrüßen uns schon Marek´s Helfer – Matschek, Gregory und Waldemar. Natürlich gibt es für uns dann erst mal nichts wichtigeres als die Pferde anzusehen. Da stehen sie, friedlich grasend – sehen uns entgegen als wir näher kommen. 

Wir sehen uns die 12 Vierbeiner an, und schon nach kurzer Zeit haben wir uns die zwei Schecken ausgeguckt. „Szeriyf“ und „Kefir“, die beiden sollen es sein.

Wir beziehen unser Zimmer, bei einer sehr netten polnischen Familie. Alle sind freundlich, lachen – auch wenn keiner des anderen Sprache spricht.

Nach dem leckeren Mittagessen geht es raus zu den Pferden, zu einem ersten Proberitt. Wir reiten mit „unseren“ beiden Schecken durch ein riesiges Waldgebiet, allen voran Gregory – der immer lacht. Als wir zurückkommen ist es Zeit zum Abendessen, dass wieder viel zu lecker ist. Nach dem Abendessen geht es nochmal auf die Vierbeiner. Marek meint wir sollen unbedingt mal ein anderes Pferd probieren – na gut. Ich reite „Lanza“, eine flotte schwarzbraune Stute. Mein Freund bekommt „Lambarda“, eine schwarze Stute. Wieder reiten wir auf endlosen Sandwegen, vorbei an einem Wisent-Gehege, an einen See und zurück nach Lipowo. Die Stuten gehen gut, aber wir bleiben bei „unseren“ Schecken. Wir sitzen noch etwas beisammen, doch dann siegt die Müdigkeit und wir verziehen uns in unsere Betten.

Samstag, 15.06.2002
Um 08.00 Uhr erwartet uns ein wunderbares Frühstück. Um ca. 09.30 Uhr gehen wir zu „unseren“ Vierbeinern, die uns schon fix und fertig entgegenblicken. Wieder reiten wir ca. 2 Stunden die endlosen Sandwege entlang.

Nach einem wunderbaren Mittagessen haben wir den Nachmittag zur freien Verfügung und wir gehen spazieren und relaxen am nahe gelegenen See. Alles hier ist so still, so friedlich ...

Am Abend machen wir nochmal einen ca. 2-stündigen Ausritt, natürlich auf „unseren“ Schecken – die geben wir nicht mehr her.

Nach dem Abendbrot sitzen wir alle ums Lagerfeuer, und einer von unseren Mitreitern spielt auf einem von „Marek“ organisiertem Akkordeon – einer dieser unvergesslichen Abende in Polen ... Und als hätten wir nicht schon genug gegessen, stellen „Mareks“ Helfer noch einen Topf mit Wurst-Kartoffel-Allerlei ins Feuer. Wir haben eigentlich gar keinen Hunger mehr, aber es schmeckt doch so lecker ! 

Sonntag, 16.06.2002
Heute also beginnt der eigentliche Trail. Nach dem reichhaltigen Frühstück packen wir unsere Reisetaschen in „Mareks“ großen LKW, in dem er einfach alles transportiert. Dann so um ca. 09.30 Uhr geht es endlich los. Zur Vorsicht packen wir unsere Regenmäntel mit auf´s Pferd, denn man kann ja nicht wissen ....

Wir reiten durch eine wunderschöne Landschaft – reiten durch Wiesen, an Feldrändern entlang, in Polen alles kein Problem. Wir kommen an vielen Seen vorbei, wo wir immer wieder mit den Pferden hineinreiten um diese zu tränken. Es gibt sehr viele Störche und Fischreiher, sogar einen Seeadler haben wir zu Gesicht bekommen. Mittags machen wir Rast in einem kleinen Gasthaus, wo es wieder was leckeres zu essen gibt. Für die Pferde ist auch bestens gesorgt, in „Mareks“ LKW werden eine Menge Säcke mit Hafer mitgeführt.

Wir reiten weiter unserem ersten Etappenziel entgegen. Wir übernachten heute bei einem Fischer direkt an einem wunderschönen großen See. Natürlich gibt es zum Abendessen Fisch und davon nicht zu knapp und sehr, sehr gut. Danach haben wir die Möglichkeit mit den Ruderbooten den See  zu erkunden und tolle Fotos vom Sonnenuntergang zu schiessen.

Später wird wieder ein Lagerfeuer gemacht und „Marek“ hat zwei Musen (polnische Mädels, die ganz toll musizieren) engagiert. Die zwei singen wunderschön zu Gitarre und Geige und spätestens als „Marek“ ebenfalls zur Gitarre greift, läuft einem die Gänsehaut über den ganzen Körper. Viel später, nach viel Wein und Bier, fallen alle todmüde in die Betten. 

Montag, 17.06.2002
Ungern verlassen wir die nette Fischerfamilie, wir haben uns hier sehr wohl gefühlt.

Heute reiten wir unserem nächsten Ziel – Heilige Linde – entgegen. Es wird sehr heiß, und die Mücken und Bremsen sind für Pferd und Reiter eine ziemliche Plage. Wir kommen am späten Nachmittag relativ geschafft nach Heilige Linde und beschliessen noch am selben Abend wegen der Hitze die nächsten Tage schon um 05.00 Uhr loszureiten.

Wir besichtigen das Kloster von Heilige Linde und machen Bekanntschaft mit einem sehr, sehr alten dort lebenden ehemaligem Schmiedemeister. Er spricht sogar noch ein paar Brocken deutsch und zeigt uns voller Stolz seinen einstigen Arbeitsplatz, die alte Schmiede.

Am Abend sitzen wir alle beim grillen zusammen und genießen das gute Essen und auch den ein oder anderen Wodka.  

Dienstag, 18.06.2002
Wir stehen um 04.00 Uhr, denn um 04.30 Uhr gibt es bereits Frühstück in der Klosterherberge. Um ca. 05.00 Uhr reiten wir in Richtung Rastenburg. Später stellt sich heraus, dass es eine weise Entscheidung war so bald loszureiten, denn es wird verdammt heiß. Gegen Mittag sind wir am Ziel und haben am Nachmittag Zeit das Gestüt inmitten von Rastenburg zu besuchen. Dort dürfen wir sogar mal auf Kaltblütern unsere Reitkünste unter Beweis stellen. Ist schon ein irres Gefühl, so um die 17 bis 22 Zentner unter sich zu haben – muß man auf jeden Fall mal erlebt haben. Übernachtet wird wieder in der Unterkunft wie tags zuvor, wo uns „Marek“ mit seinem Mercedes-Kombi hinfährt. Am Abend lassen wir den Tag nochmals Revue passieren und dann lauschen wir „Mareks“ Erzählungen über seine Pferde, sein Land ...  

Mittwoch, 19.06.2002
Auch heute sind wir wieder um 04.30 Uhr beim Frühstück, dass „Mareks“ Helfer liebevoll neben einer alten Mühle für uns vorbereitet haben. Um 05.00 Uhr reiten wir los, und sind gegen Mittag am Ziel, in Ryhn. Am Nachmittag ist Siesta für Pferd und Reiter angesagt, bei der Hitze auch das einzig sinnvolle ausser baden zu gehen.

Hier in Ryhn sind wir in einem kleinen Hotel untergebracht, dass zwar sehr ordentlich ist, aber eigentlich nicht so ganz in diese Idylle die wir hier bisher gewohnt waren, passt.

Den Pferden von „Marek“ an dieser Stelle einmal ein ganz großes Lob – sie sind super zu reiten, und trotz der Hitze immer sehr lauffreudig und willig. 

Donnerstag, 20.06.2002
Heute reiten wir nach dem Frühstück unter freiem Himmel, neben den Pferden die genüsslich ihren Hafer kauen, wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt nach Lipowo. Wir haben nochmal eine Strecke von ca. 6 – 7 Stunden vor uns. Es ist einfach eine wunderschöne Gegend, zum reiten total ideal. Keinerlei Reitverbote oder ähnliches. Unsere Führerin, Elisabeth, hat auch für jedes Problem die ideale Lösung parat. Wir reiten über eine Wiese, die wohl nicht bewirtschaftet wird. Vor uns liegt plötzlich ein langer Stacheldrahtzaun, der laut Elisabeth das letzte Mal noch nicht da war. Wir denken schon, toll das bedeutet wohl umdrehen. Doch wir rechnen nicht  mit der Ideenvielfalt von Elisabeth. Sie rupft ganz einfach zwei Zaunfelder aus dem Boden, legt über den Stacheldraht ihren Woillach und alles Pferde können unbeschadet darüber gehen. Ich möchte nicht wissen, was wir uns hier in Deutschland anhören dürften !!! Aber andere Länder, andere Sitten.

Übernachtet wird heute wieder in Lipowo, wo es wieder viel zu viel gute Sachen zum Abendessen gibt.

Freitag, 21.06.2002
Heute reiten wir zu dem ca. 3 Stunden entfernten Beldany-See. Dort warten wir auf die Fähre, die uns zum anderen Ufer bringt. Die Vierbeiner klettern wie selbstverständlich über die Rampe auf die Fähre und stellen sich in ganz brav in eine Reihe. Wie das wohl mit unseren Pferden in Deutschland aussehen würde ?

Auf der anderen Seite angekommen, besichtigen wir ein kleines Gestüt – hier werden die Nachfahren der Tarpane gezüchtet. Es gibt auch wild lebende Konik-Pferde hier.

Wir fahren mit der Fähre zurück und wieder verläuft alles unproblematisch. Am Ufer wartet schon unsere Wirtin aus Lipowo mit einem wunderschön gedeckten Tisch und einem vielversprechend duftendem Mittagessen auf uns. Die Pferde verbringen die Pause bei viel Hafer im nahe gelegenen Wald. Nach dem Mittagessen haben wir viel Zeit zum baden, in der Sonne liegen, spazieren gehen ... oder was auch immer.

So gegen 14.30 Uhr satteln wir dann so langsam wieder unsere Vierbeiner und reiten ein letztes Mal durch dieses riesengroße Waldgebiet in Richtung Lipowo.

Alle zusammen sitzen wir erst beim Abendessen, später bei einem letzten Lagerfeuer und lassen die vergangene nochmal Revue passieren. Wir kommen zu dem Ergebnis: Es war ein wunderschöner, unvergesslicher Urlaub und wir waren zwar zum ersten Mal, aber ganz bestimmt nicht zum letzten Mal in Polen !!! 

Samstag, 22.06.2002
Heute fällt das Aufstehen besonders schwer. Wir frühstücken noch zusammen, verabschieden uns mit der ein oder anderen Träne von den Pferden, die uns die ganze Woche so treu und brav durch die Gegend getragen haben. Abschied auch von unseren Mitreitern und dann müssen wir auch schon los. Unsere Wirtin fährt uns nach Mikolajki zum Bahnhof. Pünktlich um 09.27 Uhr steigen wir in den Zug und kommen 22 Stunden später, nach zig Mal umsteigen wohlbehalten an unserem Heimatort an.




BIANCA  &  STEFAN

(weiter zum Jahr 2003 geht´s  hier)